Hola ihr Lieben,
was ist denn das bitte für ein Sommer? Hach, wie mich das aufregt. Ich verfalle schon in Wetterdepressionen :D Wofür habe ich mir denn bitte kurze Hosen zugelegt? Die liegen trocken und neu im Schrank - klasse Investition.
Hätte ich auch in Bücher investieren können.
Nun gut, dafür komme ich bei solch einem Schmuddelwetter ein bisschen dazu wieder was für den Blog zu machen. Und wie es die Überschrift verrät, ist es heute mal wieder ein Autoreninterview.
Und zwar handelt es sich diesmal um die liebe Angela Troni.
Ihr Buch 'Risotto mit Otto' hatte ich euch ja schon vorgestellt und nun gibt es ein bisschen was zur wundervollen Autorin :)
[Fünf Minuten mit Angela Troni]
Liebe Angela, du bist ja Autorin und Lektorin. Und wenn ich mich nicht irre,
hast du eine ganze Zeit auch nur als Lektorin gearbeitet. Was hat dich dann
selbst zum Schreiben bewegt oder besser gesagt, was hat für dich den Reiz
ausgemacht ein eigenes Buch zu schreiben?
Mir hat der Zufall den Weg in die Autorenkarriere geebnet. Vor
Jahren fragte mich mein ehemaliger Chef, dem die Autorin für ein bereits fest
eingeplantes Projekt abgesprungen war, ob ich ein literarisches Kochbuch über
Hexenkräuter schreiben könne. Anfangs noch zögerlich, ließ ich mich überreden –
und die Arbeit machte Riesenspaß.
Damit war der Grundstein gelegt und ich begann, mir eigene
Projekte auszudenken. Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, fliegen
einem die Themen nur so zu. Es folgten also weitere Sachbücher, oft über das
unerschöpfliche Thema „Mann und Frau“. Irgendwann wuchs dann der Wunsch, auch
mal einen Roman zu schreiben. Das Ergebnis lautet „Risotto mit Otto“ und ist
für 8,99 € bei Ullstein zu haben :)
Neben deinem Roman ‚Risotto mit Otto‘ hast du ja auch viele Sachbücher
verfasst. In welchem Genre schreibst du lieber ? Oder hat gar jedes Genre
seinen eigenen Charme?
Ich mag beide Genres, allerdings ist beim Sachbuch in der Regel
eine recht strikte Struktur vorgegeben, die einem nicht ganz so viele
Freiheiten erlaubt. Im Roman dagegen kann man seiner Fantasie freien Lauf
lassen. Es ist toll, wie die Figuren beim Schreiben ein Eigenleben entwickeln
und dass der Roman am Ende manchmal ganz anders aufhört als ursprünglich
geplant. Solche spannenden Überraschungen gibt es im Sachbuch nicht. Dafür kann
man sich die Kapitel besser einteilen und es fällt mir leichter als in der
Belletristik, ein Gerüst für das Buch zu erstellen. Fazit: Beides hat seinen
Reiz, daher werde ich weiter in beiden Bereichen veröffentlichen.
Wo wir gerade bei deinem neuen Roman sind :). Ich muss gestehen, dass ich die Charaktere in deinem
Buch sehr gut fand – alle unglaublich herzlich und sympathisch. Ich selbst bin
schriftstellerisch ja nicht so begabt und frage mich immer, wie viel eigene
Persönlichkeit und Familie/Freunde/Bekannte in den erfundenen Charakteren stecken. Haben deine Charaktere Eigenschaften deiner Liebsten oder ist es
einfach so ein bunter Haufen, wie man ihn immer gerne mal gehabt hätte?
Oh, das ist ganz gemischt. Wobei es mich erstaunt hat, wie viele
Leute mit meiner Protagonistin Probleme hatten. Ich habe sie zu Beginn des
Buches etwas zickiger und anstrengender gemacht, damit man als Leser ihre
Wandlung besser verfolgen kann – sie verändert sich in dem Jahr in Bayern ja zum
Positiven. Leider ist der Schuss nach hinten losgegangen und einige Leser
fanden meine Angela, die natürlich auch einige Eigenschaften von mir trägt,
eher unsympathisch. Das hat mich getroffen.
Ansonsten: Der Macho Ben ist echt, ebenso Friedrich und die
neugierige Frau Griesmayer. Bei diesen Figuren hatte ich ganz bestimmte
Menschen vor Augen, die dafür „Pate standen“. Und der Vater in der Geschichte ist
original mein italienischer babbo,
wie er leibt und lebt. Otto hab ich mir ein bisschen „zuerechtgebacken“, bis er
meinem Ideal für die Angela in der Geschichte entsprochen hat.
Was gefällt dir persönlich an deinem Buch ‚Risotto mit Otto‘?
Am liebsten mag ich die Momente, wenn Angela mit den Bayern zu tun
hat. Etwa auf dem Oktoberfest, als sie den aufdringlichen Typen mit einem
perfekten „Schleich di“ überrascht oder als sie in der Bäckerei versucht ein
Croissant zu kaufen und fast ein Eis bekommen hätte. Das erinnert mich an meine
Anfangszeit in München, nicht leicht, aber immer lustig. Außerdem mag ich den
selbstironischen Humor, mit dem die Geschichte erzählt ist, denn das entspricht
ganz meinem Wesen.
Beschreibe dein Buch für einen Unbekannten in nur einem Satz :)
"Eine
italienische Studentin kommt für ein Jahr nach München, landet ohne das Wissen
ihres strengen Vaters in einer Männer-WG, kämpft mit der bayerischen
Mentalität, gewinnt (vor allem an Erfahrung) und verliebt sich obendrein in
einen wunderbaren Mann namens Otto, der den besten Risotto aller Zeiten kochen
kann."
„Spaghetti in flagranti“, wie die Fortsetzung heißt, wird im
März 2013 wieder bei Ullstein erscheinen. Momentan bin ich gerade dabei, die
Rohfassung zu überarbeiten, und kann auf jeden Fall schon mal so viel verraten:
Otto, der Angela in Riccione besucht, hat’s nicht leicht mit den Italienern.
Allen voran ihrem Vater ist die Beziehung ein Dorn im Auge, und so kommt es
nicht nur wieder zu vielen turbulenten und lustigen Missverständnissen, sondern
es wird am Ende auch ein bisschen kriminell. Otto muss also sehen, wie er den
Kopf wieder aus der Schlinge bekommt – und ganz schön um Angela kämpfen.
Vielleicht noch ein bisschen was zu deinem Arbeitsalltag – wie schaut ein
normaler Tag für dich aus? Wie läuft der Arbeitstag einer Lektorin/Autorin ab?
Was ist schon normal? Wenn ich schreibe, stehe ich früh auf,
weil ich morgens die besten Ideen habe. Meist arbeite ich im Büro, aber
manchmal packt es mich und dann fahre ich mit meinem Laptop an den See oder in
ein Café und arbeite dort. Für „Risotto mit Otto“ bin ich sogar längere Zeit
verreist, um so wenig Ablenkung wie möglich zu haben und mich nur dem Roman
widmen zu können. Aber zwischendurch muss ich auch Geld verdienen – als
Lektorin. Da ich meist mehrere Autoren und Projekte in verschiedenen
Entwicklungsstadien (vom ersten Entwurf, den wir gemeinsam überarbeiten, über
das Rohmanuskript, das ich strukturell überarbeite, bis hin zum finalen
Textlektorat) betreue, mache ich mir am Anfang der Woche einen Plan, was
ansteht. Wenn mir zu einem Problem mal gar nichts einfallen will, widme ich
mich einem anderen Projekt oder schiebe etwas ein, was ich nur kurz durchlesen
muss. Oft kommen mir an den unmöglichsten Orten die besten Ideen: beim
Ausreiten, in der U-Bahn, im Auto an der Ampel. Daher habe ich in jeder Tasche
einen Block und einen Stift dabei – oder ich benutze mein Handy als
Diktiergerät. Je nach Zeitdruck wechseln sich auch immer wieder Phasen mit
vielen Überstunden mit weniger anstrengenden Wochen ab. Dann widme ich mich meist
der Entwicklung von neuen Buchideen oder genieße ein bisschen Freizeit.
Gibt es auch mal Momente, an denen du keine Lust/Elan hast? Die Momente kennt
ja eigentlich jeder. Hast du dann gewisse Tipps und Tricks, wieder einen kühlen
Kopf zu bekommen?
Oh ja, die gibt
es. Ich erhöhe als Erstes meinen Schokoladenkonsum und fange an, Milchkaffee zu
kochen. Wenn mir dann schlecht ist, gehe ich spazieren. Sollte danach immer noch
nichts vorangehen, gebe ich mir auch mal einen halben Tag frei. Den muss ich
dann zwar wieder reinholen, aber es ist effektiver, zwischendurch nichts oder
etwas ganz anderes zu machen, als sich stundenlang rumzuquälen und am Ende doch
kein brauchbares Ergebnis zu haben.
Wenn man so viel mit Büchern
zu tun hat, hat man dann noch Zeit und Lust Bücher außerhalb der Arbeit zu
lesen? Wenn ja, hast du eine/n Lieblingsautor/in?
Ganz ehrlich: leider wenig. Wenn
ich frei habe, freue ich mich aufs Radfahren oder Reiten und möchte mich
bewegen. Im Winter oder im Urlaub mache ich es mir aber gerne mit einem Buch
gemütlich – von John Irving oder David Safier. Eigentlich mag ich fast alles,
außer Krimis, in denen es allzu grausam und blutrünstig zugeht. Damit kann man
mich echt jagen.
Liebe Angela, vielen lieben Dank für die Beantwortung meiner Fragen :) Ich freue mich schon wahnsinnig auf die Fortsetzung von 'Risotto mit Otto' - denn Otto und Angela werden bestimmt ein tolles Paar abgeben und es wird bestimmt super amüsant. Anders als viele andere Leser fand ich die Protagonistin wunderbar. Zu Beginn zwar arrogant und schrecklich, aber die Entwicklung ist für mich super gelungen und am Ende habe ich sie in mein Herz geschlossen, bin gespannt auf mehr. Der März 2013 ist schon vorgemerkt ;)
So long, ein schönes Bergfest wünsche ich euch.




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